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Dass
im ersten Quartal 2009 trotz der Wirtschaftskrise die Investitionen
für Online-Werbung leicht gestiegen sind, liegt auch
an dem Unternehmen Esprit.
Während im Jahr zuvor der Werbeetat der weltweit siebtgrößten
Modekette in diesem Bereich verschwindend klein war, gaben
die Manager von Esprit 2009 24 Millionen € für ihre
für Online-Werbung aus. Damit setzt das Unternehmen,
das einen seiner beiden Hauptsitze im nordrhein-westfälischen
Ratingen hat, deutliche Akzente auf E-Commerce. Ersichtlich
ist dies auch an dem weiter ausgebauten Kundenservice: kostenlose
Retouren, versandkostenfreie Bestellungen ab einem (vergleichsweise
geringen) Mindestbestellwert von 24 €, übersichtliche
Homepage und die einfache Möglichkeit, seine Meinung
zu äußern.
Zugleich änderte das Modeunternehmen seine Strategie
auf dem internationalen Markt: Mitte Dezember 2009 übernahm
es sein bisheriges Joint Venture in China für 350 Millionen
Euro und hat damit nun knapp 51 € seines bisherigen Partners
China
Resources Enterprises unter Kontrolle. Der Grund in dieser
Übernahme liegt in der erwarteten Rolle des chinesischen
Marktes. Esprit misst ihm eine große strategische Bedeutung
zu und setzt darauf, dass der chinesische Absatzmarkt weiter
an wächst. Damit reagierte die Modekette auch gleichzeitig
auf den Rückgang des europäischen Marktes. Aufgrund
der Wirtschaftskrise gaben die Europäer weniger Geld
als erwartet für Bekleidung aus, das spürte auch
Esprit und reagierte darauf: Ursprünglich sollten bis
zu 80 neue Geschäfte in Europa eröffnet werden,
jetzt sollen es nur noch 50 Filialen werden.
Entstanden ist die Firma Esprit im Geist der 1968er in San
Francisco. Der Firmenlegende nach sollen die beiden Gründer
Doug Tompkins und Susie Russell mit einem Kombiwagen voll
selbst entworfener Klamotten begonnen haben. Damit war der
Grundstein einer typisch amerikanischen Erfolgsgeschichte
gelegt. Das Geschäft wuchs und wuchs, heute wird längst
nicht nur Bekleidung verkauft. Zahlreiche andere Produkte
wie Brillen, Uhren, Schmuck und Accessoires werden in den
Esprit Shops angeboten. Der erste Esprit Shop wurde 1986 in
Köln eröffnet, inzwischen sind es allein in Deutschland
über 160 Filialen.
Ach übrigens: Man muss nicht unbedingt 24 Millionen Euro
in Online-Werbung investieren um trotzdem sein Geschäft
zu machen. Viele No-Name-Firmen sind am Markt und die Masse
an Kunden sind auch an günstige Produkte interessiert.
Können Sie sich beispielsweise noch an die US-Shops aus
den 1970er Jahren erinnern? Günstig und gut waren die Klamotten
und da spielte es keine Rolle, dass die Bekleidung aus der US-Armee
stammte, im Gegenteil. Später kamen dann entsprechende
Angebote aus den Bundeswehrbeständen hinzu und wer heute
ein Bundeswehr Shop sucht, geht ins Internet. Dort gibt es weit mehr als
nur den einfachen Parker der alten Zeit. Was Esprit bei den
Besserverdienenden ist, ist Kult für Menschen die anders
aussehen möchten.
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