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Vor
einigen Jahren machte das Berliner Fritz-Haber-Institut der
Max-Planck-Gesellschaft auf sich aufmerksam. Dort wurde eine
Art Kamera entwickelt, die es blinden Menschen ermöglichen
soll, im Alltag und unterwegs lesen zu können. Mit Hilfe
dieser Kamera und einem dazugehörigem Mini-Computer sollen
Texte gescannt werden können. Danach soll dieser gescannte
Text in gesprochene Sprache umgewandelt werden. Dadurch können
blinde Menschen ihre Umgebung lesend erfahren. Doch zu jener
Zeit war das Gerät noch nicht an geeigneten Probanden
getestet worden.
Es verging einige Zeit, aber im Jahre 2008 wurde auf der
traditionellen Blindenmesse Sight City eine Weiterentwicklung
dieses Geräts nun mit dem Namen "Beyo pr100"
vorgestellt. Und auch ein Kooperationspartner war bereits
gefunden: Die Baum Retec AG, die auf Produkte für Sehbehinderte
und blinde Menschen spezialisiert ist, übernimmt die
Herstellung und Vermarktung dieses Produktes. Dank des geringen
Gewichts, es wiegt weniger als ein Kilogramm, kann das Gerät
nicht nur Zuhause, sondern auch unterwegs und am Arbeitsplatz
eingesetzt werden. Wenn Beyo pr100 die Erwartungen erfüllt,
dürfte sich die Lebensqualität vieler blinder Menschen
in den kommenden Jahren erheblich verbessern.
Einen anderen Ansatz verfolgte ein Forscherteam in Amerika
am National Eye Institute in Maryland. Hier wurde ein Gerät
entwickelt, das blinde Menschen über die Zunge sehen
lassen kann. Wie das möglich ist, fragt sich nun der
Leser. Vereinfacht gesagt ersetzt der BrainPort, so der Name
des Geräts, einen defekten Sinn durch einen anderen.
Ähnlich, wie es die Blindenschrift Braille tut, denn
hier wird mit den Fingern gelesen. Beim BrainPort werden digitale
Bilder in elektrische Signale verwandelt und über die
Zunge an das Gehirn weitergegeben. Klingt abenteuerlich, wurde
aber bereits getestet. Und die Forscher sind zuversichtlich,
dass sie bereits in einigen Jahren mit BrainPort in den Handel
gehen können (weitere Informationen findet man unter:
www.nei.nih.gov).
Für sehbehinderte Menschen existieren bereits einige
Hilfsmittel, die den Alltag leichter machen sollen. So beispielsweise
auch Spezialbrillen, die ein Objektiv mit Zoom besitzen. Damit
ist eine bis zu dreifache Vergrößerung gegeben.
Zudem kann man das Zoom auch als Lupe benutzen. Weitere nützliche
Informationen findet man auf der Internetseite www.kbwn.de
(dem Katholischen BIinden- und Sehbehindertenwerk Norddeutschland
e.V.).
Zum
Abschluss sei noch erwähnt, die Digital-Technik ist nicht
nur hilfreich und förderlich für Menschen mit Sehbehinderungen
sondern auch für alle anderen Menschen. Man denke beispielsweise
an Video-Kameras die heute übers Internet Video-Konferenzen
möglich machen und vielen Unternehmen dadurch sehr viel
Zeit und vor allem (Reise)Kosten für Dienstreisen einsparen
die nicht mehr getätigt werden müssen. Auch im privaten
Bereich hilft die Digitalfotografie vor allem bei der virtuellen
Kommunikation mit anderen Menschen. Man denke beispielsweise
an die Chat Kommunikation bei dem immer mehr User Webcams
nutzen um den Gesprächspartner nicht nur zu lesen sondern
auch zu sehen. Denn gerade in den vielen Chat-Räumen
fehlen bedeutende Komponenten der Kommunikation wie beispielsweise
Mimik und Gestik und dies ist besonders dann wichtig, wenn
man sich übers Chat
etwas näher kennenlernen möchte.
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